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Freitag, 24-11-2017
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Gründungsgeschichte der Schützenbruderschaft von Lohausen

Im Mittelalter hatten Lohausen und Stockum Perioden bitterster Not durchzustehen. Kriege, Überflutungen und Seuchen plagten das Land. Nachbarschaftshilfe war hier angesagt. Nach dem Motto, welches heute auch noch in Lohausen gilt „Wir kennen uns, wir helfen uns!“, wurden immer wieder neue Nachbarschaftsgemeinschaften gegründet.
Als räuberische Banden das Bergische Land durchzogen, forderte der Herzog von Jülich-Berg mehrfach zu Gründungen von Schützengesellschaften auf, die im Lande für Gegenwehr zu sorgen hatten.
Der Begriff „Schützen“ tauchte etwa im 11. Jahrhundert auf. In ländlichen Bezirken traten die Schützen als Begleit- und Schutzformationen zu kirchlichen Prozessionen auf.
Ob sich Lohausener und Stockumer Einwohner den Kalkumer Schützen im 1700 angegliedert hatten wissen wir nicht. Nach einer großen Seuche im Jahre 1796, die viele Menschen und Tiere hinraffte, wurde eine Prozession von Lohausen zur Rochus-Kapelle nach Düsseldorf von den in Lohausen ansässigen „Bruderschaftsmeister“ organisiert.
Ca. 50 Jahre später wurde im Jahre 1849, am 5.Oktober, in Lohausen eine Unterstützungskasse gegründet, die den Namen:
,,KRANKEN- UND STERBELADE DER GEMEINDE LOHAUSEN-STOCKUM" erhielt. Wie der Name besagt, hatte die Kasse den Zweck, ihre Mitglieder in Krankheits- und Sterbefällen zu unterstützen. Sämtliche Mitglieder waren verpflichtet, unterstützend Hilfe zu leisten, und hatten an Beerdigungen teilzunehmen; andernfalls mussten sie in die Kasse eine Strafe zahlen.

Im Jahre 1907 wurde die Benennung der Unterstützungskasse geändert in
,,St. Sebastianus-Bruderschaft Lohausen-Stockum‘. Zweck und Ziele blieben die selben.

Im Jahre 1912 erhielt die Bruderschaft eine neue St. Sebastianus-Fahne.

Unter den Mitgliedern, wie aus der übrigen Bürgerschaft, wurde immer wieder der Wunsch laut, Lohausen solle doch ein eigenes Schützenfest abhalten. Aus diesem Grunde beschloss die im Lokale Joseph Tichelkamp am Sonntag, dem 3. Februar 1924, tagende ordentliche Generalversammlung einstimmig, in diesem Jahre das erste Schützenfest zu feiern.

Die bisherige St. Sebastianus-Bruderschaft erhielt nun den Namen
ST. SEBASTIANUS - SCHÜTZENBRUDERSCHAFT LOHAUSEN-STOCKUM! Gleichzeitig wurde beschlossen, die Unterstützungskasse in der bisherigen Weise weiter bestehen zu lassen, so dass die bisherigen sowohl wie die neu hinzutretenden Mitglieder der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft gleichzeitig Mitglieder der Unterstützungskasse sind.

Am 17. und 18. August 1924 wurde in Lohausen das erste Schützenfest abgehalten. Der erste Schützenkönig hieß Ludwig Schäfer von der Stammkompanie mit Königin Rebeka. Der Schützenkönig wurde in dieser Zeit mit der Armbrust ausgeschossen.

Ausrichter waren die Stammkompanie und die Stockumer Jägerkompanie, die bei der Verselbständigung der Stockumer Bruderschaft im Jahre 1952 wieder aus der gemeinsamen Bruderschaft ausschied.

Erwähnenswert ist, dass im Jahre 1924 die Vorgängerin unseres Reiter-Corps, die ,Reiterabteilung‘, gegründet wurde.

In der ordentlichen Generalversammlung vom 22.Juni 1924 gab darüber hinaus der Vorsitzende Jean Thelen bekannt, dass Herr Rittergutsbesitzer Ludwig Lantz das Protektorat der Bruderschaft übernommen hat. Dieses Amt hat er bekanntlich bis zu seinem Tod im Jahre 1969 mit großem Engagement bekleidet. Noch heute trägt der jeweilige Chef der Bruderschaft die von ihm gestiftete ,,Chefkette".

Vor dem zweiten Weltkrieg wurden dann noch die Freischutz-Kompanie im Jahre 1927 und die Andreas-Hofer-Kompanie 1929 in die Bruderschaft aufgenommen. Durch diese Neuaufnahmen wuchs die Mitgliederzahl im Jahre 1929 auf 260 Kameraden an. Zu vermerken ist noch, dass im Jahre 1931 der erste Kronprinz ausgeschossen wurde. Kronprinz wurde Wilhelm Wirtz von der Andreas-Hofer-Kompanie. (Leider steht uns kein Bild zur Verfügung). Das erste Kinderschützenfest wurde am 22. August 1934 bei Thelen Morgenstern gefeiert. Kinderkönig wurde der Sohn des Majors Rath, die Königin die Tochter des Kameraden Hopen.

Durch den Einfluss des nationalsozialistischen Regimes musste die Bruderschaft einige Eingriffe und Änderungen über sich ergehen lassen; wie z.B. Änderung des Namens
,,St. Seb.-Schützenbruderschaft" in ,,Schützen-Gilde Düsseldorf-Lohausen e.V." Der Titel Präsident wurde in ,,Führer und später in ,,Vorsitzender‘ geändert. Erst bei Neubeginn im Jahre 1947 konnten diese Änderungen wieder korrigiert werden. Der Schützenkönig 1939, Otto Pannenbecker, war neun Jahre König unserer Bruderschaft, da durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse die Schützenfeste 1940 bis einschließlich 1947 ausfallen mussten. An dieser Stelle sollten wir in Dankbarkeit Frau Irmgard Pannenbecker gedenken, die Ende des Krieges durch ihren persönlichen Einsatz das Königssilber rettete.

Nach dem zweiten Weltkrieg fand das erste Schützenfest 1948 wieder in Lohausen statt. König wurde Hubert Risters von der Stammkompanie. Vom 20. bis 23. August 1949 wurde das Jubelfest zum 100jährigen Bestehen der Bruderschaft abgehalten.

Aufgrund des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Neubeginns nahm auch die Bruderschaft einen starken Aufschwung. So kamen einige neue Formationen hinzu.

1950 Gründung des Tambour-Corps und der Gesellschaft Reserve. 1953 wurden die Schill‘schen Offiziere in die Bruderschaft aufgenommen. Das Pagencorps wurde 1977-1978 gegründet. Ob dieses Corps schon in früheren Zeiten bestanden hat, geht leider nicht aus den Protokollen hervor, obwohl in einigen älteren Berichten von Pagen die Rede ist. Im Jahre 1980 wurde wieder eine neue Formation gegründet, die Luis-Trenker-Kompanie.

Am 17. Oktober 1954 überreichte der Protektor Rittmeister a.D. Ludwig Lantz die Schenkungsurkunde für den neuen Schützenplatz, der eine Stiftung ist, in deren Vorstand der jeweilige Präses, der jeweilige Chef der Bruderschaft und ein Lantz-Erbe zu gleichen Teilen stimmberechtigt sind. Der heutige Standort des Platzes entstand durch einen Parzellentausch mit der Stadt Düsseldorf im Jahre 1982. Viele fleißige Hände der Bruderschaft wirkten an der Ausgestaltung des neuen Platzes mit. Besonders verdient machten sich die Freischütz-Kompanie (Toilettenhaus), das Reiter-Corps sowie die Andreas-Hofer-Kompanie (Schießanlage). Im Laufe der letzten Jahre wurde der Lohausener Schützenplatz immer weiter verbessert und modernisiert, insbesondere Dank großzügiger materieller Unterstützung von Sponsoren.

Nach dem Ableben des Herrn Rittmeister a.D. Ludwig Lantz 1969 war das Protektorat der Bruderschaft sieben Jahre verwaist. Am 23. Januar 1976 anlässlich des Titularfestes übernahm der Bankdirektor Ferdinand Graf von Westerholt auf einstimmigen Beschluss des Vorstands das Amt des Protektors.

Bereits Ende 1976 wurde der Antrag auf Aufnahme von Frauen in die Bruderschaft gestellt allerdings mit der Maßgabe nur als geschlossene Formation. Erst 20 Jahre später wurde auf der Generalversammlung 1996 ein neuer diesbezüglicher Antrag gestellt und erfreulicherweise mit überwältigender Mehrheit genehmigt. Wir meinen 20 Jahre zu spät. Denn dass Frauen und Männer in einer Bruderschaft harmonisch miteinander Schützenbrauchtum pflegen können, wird in unserer Bruderschaft seit 1996 bewiesen.

Bereits im gleichen Jahr erfolgten die Aufnahmen der Fahnenschwenkergruppe sowie der Formation ,,Die Wildgänse". Nach dem Schützenfest 1997 trat dann das Amazonen-Corps
,,St. Georg” geschlossen in die Bruderschaft ein. Und im Jahr 2002 gründete sich ein weiteres Amazonencorps mit dem Namen „Amazonen-Corps Lohausen 2002

Am 11. August 2002 wurde die Satzung der Bruderschaft geändert.

Zum Schluss dieser kleinen Chronik möchten wir neben vielen hochverdienten toten Kameraden besonders an unseren verstorbenen Ehrenpräses Pastor Johannes Bröhl erinnern, der fast 32 Jahre Präses unserer Bruderschaft war.

Wir glauben, dass die Struktur unserer Bruderschaft die Voraussetzung für eine solide und erfreuliche Entwicklung im Sinne unserer Bruderschaftsideale für das nächste Jahrtausend gewährleistet.

Mit diesen Ausführungen wollten wir ein wenig Historie unserer Bruderschaft, insbesondere für die vielen neuen und jungen Mitglieder, lebendig werden lassen.