Sankt Martin 2019 in Lohausen

Die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Lohausen e.V

lädt am 08.11.2019 herzlich zur Teilnahme am diesjährigen Martinszug in Lohausen ein.

Beginn 16.00 Uhr mit Glühwein und Treffen auf dem Schulhof "Kleine Gelbe Schule",
Im Grund 78.

Zugweg

ab ca 17 Uhr:

Im Grund -> Im Lohauser Feld -> Neusser Weg -> Nagelsweg -> Im Grund -> Lohauser Dorfstraße in den Lantz´schen Park,

wo Sankt Martin seinen Mantel mit dem Bettler teilen wird.

Die Ausgabe der Martinstüten findet anschließend auf dem Hof des Gasthauses "Im Kühlen Grund" statt.

Info Abholkarten für Martinstüten

Information für diejenigen, die bei den Haustürbesuchen unserer Schützenkameraden nicht erreicht werden:

Abholkarten für Martinstüten sind auch erhältlich im Landgasthaus
Im Kühlen Grund, Lohauser Dorfstraße 41
und im Einzelhandelsgeschäft
Lotto Post & Mehr
,  Niederrheinstraße 79.

Für eine Spende von 5,- Euro pro Karte zur Finanzierung des Brauchtums zu Sankt Martin dankt die Schützenbruderschaft Lohausen.

Informatives

Liebe St. Martin-Freunde von Lohausen,

im Jahr 1982 gab nach fast 45 Jahren Heinrich Pannen den Part als St.Martin in jüngere Hände. Karl-Josef Rath sen. als „St.Martin“ und Manfred Eicke als „Armer Mann“ übernahmen die Aufführung zum St. Martin in Lohausen.

Das St. Josefsheim in Unterrath
Beide, Mitglieder der Bruderschaft, waren schnell ein eingespieltes Team und wurden so über Lohausens Grenzen hinaus bekannt. In den 28 Jahren haben die Beiden in mehreren Stadtteilen von Düsseldorf das St. Martin-Spiel dargestellt. Aber besonders haben es Karl-Josef Rath sen. und Manfred Eicke den Kindern des St. Josefsheim in Unterrath angetan (ein Heim für behinderte und nicht behinderte Menschen).

Ergreifenswert waren immer wieder die leuchtenden Augen der behinderten Menschen, wenn „St. Martin“ und der „Arme Mann“ die Kapelle betraten. Wir möchten den „Ruheständlern“ Dank sagen für 28 Jahre St. Martin, für 28 Jahre leuchtende Kinderaugen und das ihr es verstanden habt, die Tradition St. Martin in Lohausen mit großem Erfolg fortzuführen.

St. Martin Heinrich Pannen

Ein Bericht aus der Rheinischen Post vom 8. 11. 1980


St. Martin braucht ein ruhiges Pferd
Landwirt ritt 35mal dem Martinszug Lohausen voran

"St. Martin ritt durch Schnee und Wind...", klingt es zwischen den Häusern, wenn unzählige Kinder und Eltern mit bunten Laternen singend durch die dunklen Straßen ziehen.
Die annähernd 80 Fackelzüge, die sich in diesen Tagen durch die einzelnen Stadtteile schlängeln, wären nur halb so schön, würde nicht ein "St. Martin" mitreiten und auf diese Weise die Legenden um den Heiligen Bischof von Tours sinnfällig machen, die Phantasien der Kinder anregen. Deshalb schlüpfen Jahr für Jahr Männer in das Bischofsornat, um den Kindern eine Freude zu machen. So auch Heinrich Pannen vom Nagelshof, der zum 35. Mal den Martinszug in Lohausen anführt.

Schnaubend streckt der Schimmel Rasputin dem 77jährigen Landwirt beim Betreten des Pferdestalles das Maul entgegen. Er kennt Pannen, der über zehn Jahre Rasputin als Martinspferd bevorzugt, sehr genau. "Es ist ein braves Tier und regt sich über die Fackeln und die Musik nicht auf", lobt Pannen den Schimmel, während er ihm liebevoll den Hals tätschelt.

Rasputin wird wegen seiner Gutmütigheit für den Martinszug ausgeliehen. Sinnigerweise vom Wirt der Gaststätte "Zum Armen Mann", Karl-Josef Rath, dem Darsteller des abgerissenen, armen Mannes, der von St. Martin die Mantelhälfte bekommt. (Die Gaststätte erhielt aber nicht wegen der Rolle ihres Wirts den Namen.)

"Armer Mann" und "St. Martin" greifen sich deshalb gegenseitig unter die Arme, weil - so Pannen - "zum richtigen Martinszug ein Schimmel gehört". Der Landwirt hat zwar auf seinem Hof auch eigenen Pferde, aber keinen Schimmel.

Aus dem gleichen Grund hatte sich Pannen auch 1945, als er zu erstenmal dem Lohausener Martinszug voran ritt, um einen Schimmel bemüht. Das Ergebnis ist in seinem abgegriffenen Tagebuch verzeichnet: "Schimmel von Hans ausgeliehen!" steht dort lakonisch. Nicht vermerkt ist aber, warum Pannen kurt nach dem Kriege die Aufgabe des Martins übernahm. "Wir wollten nach dem Krieg wieder einen Martinszug machen, und da hat man mich eben gefragt". weiß er heute nur zu berichten. Pannen sagte zu. Reiten war er vom Bauernhof aus gewohnt, die Aufgabe reizte ihn.

So viel Freude hatte er daran, daß er bis heute ununterbrochen stehts am 10. November in das weiße Untergewand, den alten, von der Kirche zur Verfügung gestellten Chormantel und den roten Übermantel steigt.

Trotz diesem Ornats wird Pannen öfters von älteren Kindern beim Martinszug erkannt. "Da geht dann so ein Tuscheln durch die Reihen", berichtet er. Doch laut wagte bisher niemand beim Martinszug etwas zu sagen. So blieb zumindest für die Kleinen die Vorstellung vom Martinszug unberührt.

Für Pannen ist der Martinszug Jahr für Jahr schöner geworden. Trotzdem will er in diesem Jahr zum letzten Male als St. Martin reiten, "weil mal jüngere nachrücken müssen".

Seinem Nachfolger wünscht er vor allem immer ein ruhiges Pferd. Denn ein nervöser Schimmel sorgte für den einzigen Zwischenfall bei den 35 Martinszügen. Mitten im Martinszug stieg das Pferd plötzlich kerzengrade hoch, Pannen fand keinen Halt mehr und rutschte ab. Große Aufregung gab es um den St. Martin, doch er war unverletzt geblieben und setzte seinen Ritt fort - wenn auch nicht stilecht auf eimem weißen, dafür aber ruhigen braunen Pferd.

Von Michael Brockerhoff